Wandern in Heidelberg

Vor einigen Tagen war es endlich wieder so weit. Dienstreise nach Heidelberg. Und was mache ich wann immer es geht abends in Heidelberg? ‚Natürlich‘ wandern gehen. Meine beiden Lieblingstouren möchte ich Euch hier vorstellen.

Über die Himmelsleiter auf den Königstuhl

In der Wikipedia heißt es zur Himmelsleiter sinngemäß: „Mehr als 1.200 Stufen umfasst die Himmelsleiter, eine vom Heidelberger Schloss direkt zur Gipfelregion des Königstuhles führende unregelmäßige Treppe aus grob behauenen ungleichen Sandsteinen. Sie beginnt an der ersten Kehre des Molkenkurwegs, steigt nach Süden an und überwindet 270 Höhenmeter. Einschließlich der Stufen vom Kornmarkt zum Heidelberger Schloss liegen zwischen der Basis und dem Gipfel etwa 1.600 Stufen. Erbaut wurde die Treppe ab 1844 unter Bezirksförster Adam Laumann. 1994 wurde sie fast vollständig saniert.“

Heidelberg - Auf der Himmelsleiter

Im alpinen Maßstab ist der mit 568 m höchste Gipfel des kleinen Odenwalds natürlich ein ‚Klacks‘. Aber als Feierabendtour hat er es durchaus in sich.

Los geht es am Heidelberger Marktplatz. Vorbei am Kornmarkt beginnt der Aufstieg zum Schloss. Mehr als 350 Stufen führen steil bergan durch eine Villensiedlung mit historischen Verbindungshäusern. Oben angekommen, lasse ich den Touristentrubel mit fotografierenden Japanern und Busgruppen aus aller Herren Ländern im wahrsten Sinne links liegen und folge dem Molkenkurweg (vorbei an einem herrschaftlichen Haus, in dem Sissi, die österreichische Kaiserin Elisabet, den Sommer 1887 verbracht hat) bis zur ersten Kehre, an der die Himmelsleiter startet. Ein großes Schild informiert hier über die Geschichte und warnt abschließend: „Das Begehen der unregelmäßigen Treppe erfordert Kondition und Vorsicht. Das Begehen der Himmelsleiter erfolgt auf eigene Gefahr.“ Hört sich aber schlimmer an, als es ist. Der Weg führt nun stetig ansteigend durch lichten Mischwald. Ahorn und vor allem Buchen dominieren hier. Für mich völlig ungewohnt ist das reichliche Vorkommen an Stechpalmen und Esskastanien. Mit einigem Glück kann man Wildschweine oder Rehwild beobachten.

Nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit (auf die Uhr habe ich nicht geschaut) und durchaus naßgeschwitzt öffnet sich der Weg und damit auch der Blick über Heidelberg, den Neckar und das Rheintal. An klaren Tagen ist in der Ferne sogar das Elsass zu erkennen.

Heidelberg: Gipfelblick vom Königstuhl

Nach ausgiebiger Rast mache ich mich auf den Rückweg. Vorbei an der Gipfelstation der Bergbahn geht es wieder hinein in den Wald. Hier kann man die Tour im Prinzip beliebig ausdehnen und auf den verschiedensten Wegen zurück Richtung Tal wandern. Ich nehme diesmal den direktesten Weg. Nach einer kleinen Schleife unterquere ich die Bahn, steige parallel zu den Gleisen weiter ab, vorbei am Restaurant / Hotel Molkenkur und dann zurück zum Schloss.

Heidelberg: Abstieg vom Königstuhl

Abends im Schlossgarten

Nach der Tour sitze ich an warmen Sommerabenden noch gerne Im Schlossgarten des Heidelberger Schlosses mit Blick auf den Neckar und die Altstadt.

Nur von Ferne dringt das Geräusch der fahrenden Autos aus dem Tal herauf. Hier oben  herrscht Ruhe und Frieden. Obwohl es noch angenehm warm ist, sind nur wenige Leute unterwegs. Einige Hobbyfotographen mit voller Ausrüstung haben sich an der Balustrade positioniert, um Langzeit oder Panoramaaufnahmen zu machen. Ab und zu tuckelt auf dem Neckar ein Schiff vorbei. Langsam geht über der Rheinebene die Sonne unter. Fledermäuse beginnen Ihre nächtliche Jagd auf Insekten. Die Käfer (Maikäfer? Ich weiß es nicht), die aus den tiefer gelegenen Teilen des Parks vorbeischwirren sind allerdings zu groß. Langsam wird es dunkler. Die ersten Sterne erscheinen am Himmel. Die Straßenlaternen gehen an. Ebenso die orangeroten Strahler, die das abendliche Schloss in ein warmes Licht tauchen. Einfach nur schön.

Über den Philosophenweg auf den Heiligenberg

Wird zeitnah ergänzt … 😉 …

 

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