Wandern auf La Palma

Vulkanschlünde, wilde Schluchten mit Drachenbäumen und lavaschwarze Strände. Mystische Lorbeerwälder und sattgrüne Terrassenfelder, auf denen bunte Blumen und tropische Früchte Farbtupfer setzen. Landschaften, die kein bisschen ins Kanarenklischee der riesigen Bettenburgen passen! Das ist La Palma. Auf Grund ihres Wasserreichtums und der sommers wie winters angenehmen Temperaturen wird La Palma auch La Isla bonita (die schöne Insel), La Isla verde (die grüne Insel) oder die Insel des ewigen Frühlings genannt. Die UNESCO und kürte die kleine Kanaren-Insel neben Jamaika und Bora Bora angeblich gar zu einer der drei schönsten Inseln der Welt. Zumindest heißt es das auf vielen Webseiten über La Palma.

Die Kanarischen Inseln
Inselgruppe im Atlantik, 100 bis 500 Kilometer westlich von Nordafrika 
Gehören politisch zu Spanien, geographisch dagegen zu Afrika
Einwohner: 
- gesamt ~ 2,1 Millionen, das entspricht 277 je km²
- davon La Palma ~ 87.000, das entspricht 120 je km²
Flugzeit von Deutschland: ca. 4 1/2 Stunden

Geographie

La Palma (der offizielle Name lautet: La Isla de San Miguel de La Palma) ist die nordwestlichste und mit einer Fläche von etwa 708 km² eine der kleineren Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 45,2 Kilometer bei einer West-Ost-Ausdehnung von 27,3 Kilometern. Höchste Erhebung ist der Roque de Los Muchachos (zu deutsch „Turm der jungen Männer“) mit beachtlichen 2.426 Metern. Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma im Osten der Insel, größte Gemeinde Los Llanos de Aridane im Westen.

Wandern auf La Palma: Im "hohen" Norden

Wanderwege

Die Wanderwege auf La Palma stammen zum großen Teil aus historischer Zeit. Ursprünglich wurden sie von den Guanchen, den Ureinwohnern der Insel angelegt, um auf ihnen das Vieh von den Winterweiden am Meer auf die Sommerweiden ins Gebirge zu treiben oder größere Entfernungen zurückzulegen. Die Spanier bauten das Wegenetz aus und pflasterten die wichtigsten Verbindungen. Bis das Auto aufkam und die ersten Straßen gebaut wurden, musste alles auf den inzwischen „Caminos Reales“ genannten Wege mühsam zu Fuß oder auf dem Rücken von Lasttieren transportiert werden. Von älteren Palmeros habe ich Geschichten gehört, dass bis in die 70er Jahre hinein in Notfällen Kranke auf dem Rücken zum Arzt in die nächste größere Ortschaft getragen wurden.

Mehr als 1.000 Kilometer Wanderwege hat die Inselregierung inzwischen markiert. Das genaue System der Nummerierung und Kennzeichnung ist für den typischen Wandertouristen eher uninteressant und soll deshalb nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden:

  • Die rot-weiß markierten großen Routen GR – Gran Reccorido umfassen mehrere Tagesetappen. Der GR 130 zieht sich einmal um die ganze Insel und verbindet ohne größere Höhenunterschiede die wichtigsten Ortschaften miteinander.  Der GR 131 setzt sich aus zwei anspruchsvollen Wanderungen zusammen: der Vulkanroute
    und der Gipfelroute rund um die Caldera.
  • Die insgesamt gut 40 gelb-weiß markierten kleineren Routen PR – Pequeño Recorrido sind problemlos an einem Tag zu schaffen.
  • Und schließlich die grün-weiß markierten lokalen Wege SR – Sendero Local. Sie sind weniger als 10 km lang und verbinden meist größere Wege miteinander oder sind kleine, lokale Rundwege.

Die meisten in Deutschland erhältlichen Wanderführer basieren zwar auf den markierten Wanderwegen, kombinieren diese jedoch zu eigenständigen Touren oder beschreiben nur Teilstrecken. Einmal unterwegs stellen die Markierungen dennoch eine gute Orientierungshilfe dar.

Tourenvorschläge

Die folgenden Tourenvorschläge sind weder vollständig, noch ersetzen sie einen Wanderführer. Sie sollen Euch einfach Euren Appetit anregen und Lust auf La Palma machen.

Pico Bejenado

Für mich die Wanderung auf La Palma. In bisher keinem Urlaub durfte diese Tour fehlen. Heißt, dass ich schon mehr als ein dutzend mal „oben“ war und es nie bereut habe.

Im (sehr empfehlenswerten) Rother Wanderführer heißt es: „Der Bejenado ist der vielleicht schönste und zudem einer der beliebtesten Aussichtsberge der Insel. Er darf als der einzige ausgeprägte Gipfel La Palmas bezeichnet werden und eröffnet uns nicht nur einen einzigartigen Blick auf die Caldera und deren Umrahmung, sondern auch auf die Cumbres im Süden sowie große Teile der Westküste.“ Recht hat er. Göttlich: Ein ausgiebiges Gipfelnickerchen etwas abseits vom größten Trubel (ca. 100 m vor dem Gipfel nach rechts wenden).

Gipfel des Bejenado

Da es im unteren Teilstück mehrere Wege Richtung Gipfel gibt, lassen sich die Routen zu einer wunderschönen Rundtour kombinieren.

Vulkanroute

Ein weiterer Klassiker auf La Palma ist die Vulkanroute, die vom Refugio El Pilar über die Cumbre Vieja bis hinunter nach Fuencaliente führt. Sucht Euch einen sonnigen Tag ohne Passatwolken aus, damit Ihr die grandiose Aussicht gebührend genießen könnt. Der ganze Südteil der Insel liegt Euch zu Füßen und am Horizont grüßen die Nachbarinseln Teneriffa mit dem Teide, La Gomera und El Hierro. Aber vergesst die Sonnencreme nicht. Schatten ist auf dieser Tour absolute Mangelware.

Wandern auf La Palma: Vulkanroute

Wenn Ihr die ganze 20 Kilometer lange Strecke laufen wollt, fahrt Ihr am besten mit dem Taxi zurück zum Ausgangspunkt. Ansonsten könnt Ihr entweder an beliebiger Stelle unterwegs umkehren und auf dem Hinweg zurücklaufen.  Oder Ihr nutzt eine der Abstiegsmöglichkeiten nach rechts zu einem parallel verlaufenden Forstweg. Dieser bringt Euch zurück auf die Straße zum Refugio.

Caldera de Taburiente – das Herz La Palmas

Mitten ins Herz der Insel, in die Caldera de Taburiente, führt Euch dieser Wandertipp. Ihr startet am Parkplatz  Barranco de las Angustias. Von dort bringt Euch ein Sammeltaxi zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Mirador Los Brecitos. Das schöne: Ab hier geht es zwar lange aber stetig bergab. Zunächst auf den Boden des Talkessels zur Playa de Taburiente, wo Ihr ein gemütliches Picknick einlegen könnt. Und dann weiter durch die Schlucht der Ängste, vorbei am Roque Idafe (einem Heiligtum der Ureinwohner La Palmas) zurück zum Parkplatz.

Wandern auf La Palma: In der Caldera

Geheimtipp: Zu Fuß zum Mirador de la Cumbrecita

Dieser Wanderweg ist in den meisten Karten noch gar nicht eingezeichnet und auch in den gebräuchlichen Wanderführern nicht beschrieben. Ein echter Geheimtipp also. Entsprechend allein werdet Ihr unterwegs sein.

Los geht’s an der Ermita de la Virgen del Pino. Zunächst auf dem camino real Richtung Reventon. Dann, nach wenigen Minuten, links ab. Immer entlang unterhalb der mächtig aufragenden Wände der Cumbre Nueva. Je mehr Ihr Euch dem Ziel der Wanderung nähert, umso spektakulärer wird der Weg. Auf den letzten Höhenmetern ist durchaus Schwindelfreiheit gefragt.

Unterwegs zum Mirador del al Cumbrecita

Wer mag, kann den Parkplatz mit den Mietwagen-Touristen an der Cumbrecita ‚links‘ liegen lassen und weiter zum Pico Bejenado aufsteigen. So wird aus dem Unternehmen schnell eine tagesfüllende Tour mit deutlich mehr als 1.000 Höhenmetern Aufstieg.

Zu den Quellen von Marcos y Cordero

Zugegeben, der Nordosten der Insel ist bisher zu kurz weggekommen. Das liegt ein bisschen daran, dass ich meist zu faul bin, von meinem langjährigen Feriendomizil in La Punta so weit zu fahren. Dabei hat auch diese Ecke ganz Besonderes zu bieten. Frisches klares Quellwasser und fast tropisch anmutende Lorbeerwälder. Uralte Bäume, riesige Farne und wabernde Nebel lassen vergessen, dass wir uns geografisch auf der Höhe der Sahara befinden.

Wandern auf La Palma: Im Lorbeerwald bei Los Tilos

Der Zugang zu den Quellen erfolgt entweder von der Casa del Monte auf einem alten Wasserweg in dessen Verlauf wir nicht weniger als 13 (!) Tunnel durchqueren. Oder von Los Tilos aus durch den Barranco de Agua. Die Wege lassen sich auch zu einer Rundtour verbinden.

Reiseberichte

Auf YouTube gibt es dutzende Wandervideos zu La Palma. Besonders gelungen finde ich den Filmbeitrag von Torsten Bartkowiak:

Vielleicht besucht Ihr Torsten ja auch mal auf seiner Webseite. Dort stellt er jede Menge weiterer Wanderungen, zum Beispiel auf der Nachbarinsel Teneriffa, vor.

Lust auf mehr? Weiter unten im Beitrag findet Ihr noch einige Tipps zum Weiterlesen sowie eine umfangreiche Linkliste.

Wanderführer und Karten

Wanderführer

Bergverlags Rother
La Palma: Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen

Bereits in der 16. Auflage (ganz neu im Januar 2016) erscheint der La Palma Wanderführer des Bergverlags Rother. Als ich mir das kleine Büchlein von Klaus und Annette Wolfsperger 2001 in der damals 6. Auflage erstmals gekauft habe, enthielt es 50 Wanderungen. Inzwischen ist die Zahl der Touren auf 67 angewachsen. Schön gemacht ist die Übersicht, die jede Wanderung kurz charakterisiert, bevor die Tour dann in einem ausführlichen Text beschrieben wird. Ergänzt wird das Ganze jeweils um einen kleinen Kartenausschnitt. Interessant finde ich die unterschiedlichen Beurteilungen der Amazon-Kunden. Während der größte Teil die Tourenbeschreibungen lobt – „kein einziges Mal haben wir uns verlaufen“ -, kommen einige wenige Leser gar nicht zurecht und haben nicht mal den Ausgangspunkt der Wanderung gefunden. Für mich aber zweifelsohne einer der besten Wanderführer für La Palma.

Wanderkarten

Im Prinzip gibt es nur zwei aktuelle brauchbare Wanderkarten für La Palma:

  • Freytag & Berndt Wanderkarte La Palma – Maßstab 1:30000
  • KOMPASS-Wanderkarte La Palma mit Aktiv Guide, Stadtplänen und Radrouten – Maßstab 1:50000

Ich persönlich bevorzuge eindeutig die Freytag & Berndt Karte. Alleine durch den größeren Maßstab ist sie deutlich genauer. Sie ist allerdings auch etwas unhandlich. Um den Norden der Insel anzuschauen, muss sie ganz aufgeklappt werden. Bei dem manchmal doch recht stürmischen Wetter kann sie dadurch „leiden“, einreißen und zerfleddern.

Nützliche Hinweise von A-Z

Anfahrt zu den Wanderungen

Das öffentliche Busnetz auf La Palma ist sehr gut ausgebaut. Dennoch sind die Ausgangspunkte vieler Wanderungen nur mit dem eigenen Auto zu erreichen. Fast alle Gäste nehmen sich daher zumindest zeitweise einen Mietwagen, der auf den Kanaren vergleichsweise günstig ist. Ungeteerte Straßen (zum Beispiel die ruppige Piste auf der Anfahrt zum Bejenado) dürfen mit einem normalen Mietwagen in der Regel nicht befahren werden. Das kümmert allerdings kaum jemanden. Zum Aussichtspunkt Los Brecitos, von dem man in die Caldera absteigen kann, gibt es einen Jeep-Service. Einige der in den verschiedenen Wanderführern beschriebenen Touren sind Streckenwanderungen. Hier heißt es entweder auf dem selben Weg zurückwandern oder ein Taxi rufen.

Ausrüstung

Unbedingt zu empfehlen sind:

  • Feste hohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle
  • Wärmende, regenfeste und winddichte Jacke
  • Ausreichend Proviant und Wasser
  • Sonnencreme, evtl. Kopfbedeckung
  • Wanderführer und -karte
  • Tagesrucksack

Je nach Tour und besonderen Vorlieben ergänzt um:

  • Wanderstöcke
  • GPS-Gerät
  • Taschenlampe (für die Durchquerung von Tunnels und Höhlen)

Geführte Wanderungen

Geführte Wanderungen werden vor Ort von vielen lokalen Veranstaltern wie Graja Tours oder Natour-Travel angeboten. Oder Ihr bucht gleich eine ganze Wanderwoche bei einem Spezialveranstalter. Entsprechende Reisen gibt es zum Beispiel bei Summit Club des deutschen Alpenvereins oder ASI Reisen. Wer sich etwas unsicher ist  oder nicht gerne alleine unterwegs ist und lieber in Gesellschaft wandert, der ist hier sicherlich gut aufgehoben.

Geocaching

Viele Wanderungen auf La Palma lassen sich mit dem in jüngster Zeit sehr beliebten Geocaching (einer Art moderner Schnitzeljagd) verbinden. So gibt es viel besuchte Geocaches zum Beispiel auf dem Gipfel des Bejenado, der Vulkanroute oder dem Roque de Los Muchachos.

Klima und Reisezeit

Auf La Palma herrschen das ganze Jahr über ausgeglichene Temperaturen. Im Winter wird es nie wirklich kalt und im Sommer selten richtig heiß.

Zwei Faktoren bestimmen das Klima auf La Palma. Da ist zum einen der Nordostpassat, der die Insel in eine wolkigere, feuchtere Nord-Ost-Hälfte und eine sonnigere, wärmere Süd-West-Häfte teilt. Wetterscheide ist der Höhenzug der Caldera de Taburiente, der Cumbre Nueva und der Cumbre Vieja. Es kann Euch passieren, dass Ihr in dichtem Nebel oder gar bei strömendem Regen in den Tunnel, der die Cumbe durchquert, einfahrt und nach wenigen Kilometern bei schönstem Sonnenschein wieder ans Tageslicht kommt. Zum anderen sorgt der kühle Kanarenstrom dafür, dass die Temperaturen auch im Sommer selten über 25 Grad steigen.

Eine seltene Besonderheit ist der Calima, ein heißer und mitunter recht heftiger Ostwind aus der Sahara, der Sand und Staub mit sich bringt. Der Himmel wird diesig und die Fernsicht nach und nach geringer. Daher auch der manchmal gebrauchte Ausdruck Bruma seca, was soviel wie „trockener Nebel“ bedeutet. Calima tritt meistens in den Sommermonaten von Juni bis September auf und sorgt dann für sehr heiße Temperaturen von über 40 Grad. Gleichzeitig sinkt die Luftfeuchtigkeit rapide ab. Im Winter sind die Auswirkungen deutlich geringer.

Wanderzeit auf La Palma ist also das ganze Jahr. Die sonnenhungrigen Gäste aus Mitteleuropa kommen eher in den Wintermonaten, um dem trüben nasskalten Wetter zu entkommen und die langen Monate bis zum Frühjahr abzukürzen. Im Sommer gehört die Insel eher den Spaniern, die vor der Hitze auf dem Festland fliehen.

Kleines Wörterbuch

Auf den Wanderkarten und in den Tourenbeschreibungen kann man immer wieder folgende spanischen Begriffe lesen:

  • barranco (el) = Berg-/Felsschlucht, Bachbett
  • caldera (la) = Kessel
  • camino (el) = Wanderweg
  • camino real (el) = Königsweg, königlicher Handelsweg
  • cima (la) = Gipfel
  • costa (la) = Küste
  • cruz (la) = (Gipfel)Kreuz
  • cueva (la) = Höhle
  • cumbre (la) = Gipfel
  • ermita (la) =  Wallfahrtskapelle, Einsiedelei
  • faro (el) = Leuchtturm
  • fuente (la) = Brunnen, die Quelle
  • mirador (el) = Aussichtspunkt, Aussichtsturm
  • monte (el) = Berg, die Anhöhe
  • nieve (la) = Schnee
  • paso (el) = Pass
  • pico (el) = Spitze, Bergspitze
  • playa (la) = Strand
  • puerto (el) = Hafen
  • punta (la) = Spitze
  • risco (el) = Klippe
  • roque (el) = Turm
  • ruta (la) = Strecke, Pfad, Route
  • sendero (el) = Wanderweg
  • valle (el) = Tal
  • volcán (el) = Vulkan

Lesetipps

Ihr habt Feuer gefangen? Dann kann ich Euch die folgenden Reiseberichte nur wärmstens ans Herz legen:

Wandern auf La Palma: Zwischen Himmel und Erde

Ganz aktuell, im Januar 2016, erschien der Artikel im Bergwelten-Magazin. Beschrieben werden nicht nur die Wanderungen sondern auch einige ganz besondere Menschen der Insel.

Wanderwoche La Palma

Lesenswerter Bericht mit tollen Fotos über eine Wanderwoche des Alpenvereins Südtirol. Auch wenn das Ganze auf einigen Bildern eher nach Menschenkarawane und Massenauflauf aussieht … 😉 … Meins wär’s nicht. Ich bin dann doch lieber alleine oder mit meiner Freundin unterwegs. Aber jeder, wie er mag!

La Isla bonita – Wandern auf La Palma

Nun, der Untertitel Alexander Spuths musikalische Liebeserklärung an La Palma der Zeitschrift ‚Bergsteiger‘ sagt es bereits: Eher ein Bericht über den Musiker und (Alpenvereins)Wanderführer Alexander Spuths.

La Palma: Die schönsten Wanderungen

Last but not least: Sehr persönlich schreibt Dana Katz in Ihrem Blog „The hiking high heel“ über ihre schönsten Wandererlebnisse auf La Palma.

Wandern auf La Palma: Wegweiser

Orientierung

Die meisten Klassiker auf La Palma, wie die Vulkanroute, die bekanntesten Wanderungen in der Caldera oder die Tour auf den Bejenado, sind vorbildlich ausgeschildert und gut erkennbar. Ein gewisses Mindestmaß an Orientierungsvermögen vorausgesetzt sollte also niemand verloren gehen. Schwieriger kann es auf weniger begangenen oder aufgelassenen Wegen werden. Diese können schon mal zugewachsen oder abgerutscht sein oder völlig im Gestrüpp verschwinden.

Neben den weithin sichtbaren Wegweisern sind  unterwegs an Felsen, Mauern und Bäumen regelmäßig farbige Markierungen angebracht, die die Richtung und den weiteren Verlauf des Weges anzeigen.

Zusätzlich zu Führer und Karte sicherlich nicht schaden kann ein mit passender Karte bestücktes GPS-Gerät.

Sicherheit

Ob Wandern auf La Palma gefährlich ist, darüber ließe sich sicherlich stundenlang diskutieren. Ich selber bin in den Bergen aufgewachsen und schon als Teenager in den bayerischen Alpen, im Karwendel und im wilden Kaiser gekraxelt. Daher empfinde ich die meisten Wege auf La Palma eher als beschaulich. Eure persönlichen Einschätzung kann da natürlich eine ganz andere sein.

Einige Besonderheiten sind aber zu beachten:

  • Das Wetter kann sich (wie überall in den Bergen sehr schnell ändern). Eben noch scheint die Sonne und schon innerhalb weniger Minuten ist man von den Passatwolken völlig eingehüllt. Das macht die Orientierung nicht leichter. Auf den höchsten Gipfeln der Caldera ist im Winter durchaus auch mal mit Schnee zu rechnen.
  • An anderer Stelle bereits erwähnt: Ihr befindet Euch auf Höhe der Sahara. Auch im Winter … 😉 … Also unbedingt eine Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor verwenden. Und genügend Wasser (und Proviant) mitnehmen. Auf vielen Touren gibt unterwegs keinen Laden und keine Einkehrmöglichkeit. Berghütten wie in den Alpen sind auf La Palma unbekannt.
  • Der riesige Kessel der Caldera hat nur einen Ausgang: Den Barranco de las Angustias. Bei starken Regenfällen im Winter kann sich der Schluchtgrund binnen Minuten mit Wasser füllen und ist dann oft für mehrere Tage unpassierbar.
  • Das Vulkangestein ist scharfkantig und an vielen Stellen brüchig. Auch harmlose Stürze können daher recht schmerzhafte Folgen haben.
  • Viele Wege in der Kiefernregion sind mit den typischen langen Kiefernnadeln bedeckt. Wie ich selbst schon feststellen musste, ist das mitunter verdammt rutschig.

Deshalb: Nie alleine losgehen oder zumindest in der Unterkunft Bescheid geben, wo man unterwegs ist und wann man zurückkommt. Im Zweifelsfall eher mal auf eine Tour verzichten oder rechtzeitig umkehren. Notfallnummer ist in Spanien die 112.

Webcams

Auf La Palma gibt es eine ganze Reihe von Webcams über die Ihr vorab schon mal etwas Urlaubsluft schnuppern könnt. Ganz nützlich auch, um bei unsicherem Wetter nachzuschauen, ob auf der anderen Seite der Insel vielleicht die Sonne scheint:

Westküste:

  • Puerto Naos, Strand – Webcam 1 und Webcam 2
  • Puerto Tazacorte – Webcam 1 (Strand nach Süden) und Webcam 2 (Strand nach Nord-Westen)
  • Puntagorda im Nordwesten der Insel – Webcam
  • La Cumbrecita mit Pico BirigoyoWebcam

Ostküste:

  • Santa Cruz, neuer Stadtstrand – Webcam
  • Los Cancajos, Strand – Webcam (Qualität sehr schlecht)

Weiterführende Links

Im Rahmen der Recherchen zu diesem Artikel habe ich mich wie wild durchs „halbe“ Internet geklickt. Eine Zusammenstellung vieler weiterführender Links findet Ihr hier (wird in Kürze ergänzt).